Papier und Wellpappe: Kreislaufwasser führen, CSB und AOX entlasten
Kreislaufwasser ist in der Papier- und Wellpappeherstellung ein Betriebsmittel, kein Nebenprodukt. Je konsequenter Wasser im Kreis geführt wird, desto stärker reichern sich gelöste und feindisperse Stoffe an – und desto empfindlicher reagiert der Prozess auf jede zusätzliche Fracht, die über die Behandlungschemie eingetragen wird.
EFAPUR ist ein All-in-one-Reaktionspulver, das Fällung, Flockung, Ladungsneutralisation, Adsorption und pH-Korrektur in einem Produkt zusammenfasst. Für die Kreislaufwasserbehandlung ist besonders relevant, dass es salzarme und salzfreie Varianten gibt, die speziell für Kreislaufwasseranlagen eingesetzt werden können.
Das Problem in Ihrer Branche
In der Papier- und Wellpappeproduktion tragen Faserreste, Füllstoffe, Stärke, Leime, Druckfarben und Klebstoffreste in das Prozesswasser ein. Ein Teil davon liegt feindispers oder gelöst vor und lässt sich weder über Siebe noch über reine Sedimentation zurückhalten. Mit jedem Kreislaufdurchgang steigt die Belastung, bis Störungen an Sieben, Düsen und Wärmetauschern auftreten oder die Qualität leidet.
Die organische Restfracht – im Betriebsalltag als CSB und AOX verfolgt – ist dabei die Größe, die sich am schwersten beherrschen lässt. Sie entsteht aus vielen kleinen Quellen gleichzeitig und schwankt mit Rohstoff, Sortenwechsel und Anlagenfahrweise.
Wird klassisch mit mehreren Komponenten gearbeitet, kommen Fällmittel wie Eisen-III-Chlorid, Kalkmilch zur Neutralisation, Säuren und Laugen sowie ein organisches Polymer zum Einsatz. Diese Fahrweise trägt Salzfracht ein, die im geschlossenen Kreislauf nirgends hingeht, sondern sich aufkonzentriert. Zusätzlich verlangt jede Komponente eigene Lagerung, eigene Dosiertechnik und eigene Kontrolle.
- Aufkonzentrierung gelöster und feindisperser Stoffe bei geschlossener Kreislaufführung
- Organische Restfrachten aus Stärke, Leimen, Druckfarben und Klebstoffresten
- Schwankende Belastung durch Rohstoff- und Sortenwechsel
- Salzfrachteintrag durch klassische Mehrkomponenten-Dosierung
- Ablagerungen und Störungen an Sieben, Düsen und Wärmetauschern
- Mehrere Dosierstellen und Lagerauflagen für Säuren, Laugen und Flüssigchemie
Wie Efapur wirkt
EFAPUR destabilisiert feindisperse Trübungen über Ladungsneutralisation, überführt gelöste Inhaltsstoffe in eine feste Phase und bindet organische Restfrachten adsorptiv. Dafür sorgen mineralische Trägerstoffe wie Bentonit und Zeolith sowie Pulver-Aktivkohle, die als Bestandteil der Rezeptur direkt im Pulver enthalten ist. Die entstehenden Flocken sind scherstabil und überstehen Umwälzung und Pumpenpassagen.
Für Kreislaufwasseranlagen ist die Variantenwahl entscheidend: Mit salzarmen und salzfreien Rezepturen wird vermieden, dass die Behandlung selbst zur Ursache steigender Salzfracht wird. Welche Variante sinnvoll ist, hängt davon ab, wie weit Ihr Kreislauf geschlossen ist und welche Teilströme ausgeschleust werden.
Weil Fällung, Flockung, Adsorption und pH-Korrektur in einem Produkt liegen, reduziert sich die Dosierung auf eine Stelle. Bei Sortenwechseln verändern Sie primär die Dosiermenge statt mehrerer Dosierverhältnisse.
- Fällung gelöster Inhaltsstoffe und Ladungsneutralisation stabiler Trübungen in einem Arbeitsgang
- Flockung zu scherstabilen, gut absetzbaren Flocken
- Adsorption organischer Restfrachten über mineralische Trägerstoffe und Pulver-Aktivkohle
- pH-Korrektur ohne separate Säure- oder Laugendosierung
- Dosierbereich 0,1–4 kg/m³, abhängig von Fracht und Abwassermatrix
- Vollständige Reaktion in der Regel in ca. 5–8 Minuten unter Rühren
- Varianten sulfathaltig, sulfatfrei, salzarm und salzfrei
Die konkrete Rezeptur wird nicht aus dem Katalog gewählt, sondern anhand einer Originalprobe aus Ihrer Produktion im Labor abgestimmt. Erst wenn die Werte reproduzierbar im geforderten Bereich liegen, geht die Rezeptur in Ihren Betrieb.
Anlagentechnik
Der EFA-Trockengutdosierer sitzt direkt auf dem Reaktor und gibt das Pulver staubfrei ab – auch im Dauerbetrieb und bei wechselnder Dosiermenge. Für kleinere Anlagen oder Teilströme ist die manuelle Dosierung nach Rezeptur möglich.
Die Feststoffphase wird anschließend entwässert. Ob Bandfilteranlage Efamat BKL, Filtersack-Entwässerungswagen oder eine vorhandene Kammerfilterpresse geeignet ist, richtet sich nach Schlammanfall, Platzverhältnissen und bestehender Infrastruktur.
- EFA-Trockengutdosierer: staubfreier Trichterdosierer aus PP, direkt auf dem Reaktor montiert
- Bandfilteranlage Efamat BKL: Schwerkraftfiltration über Filtervlies, kompakt und ohne Druckbeaufschlagung
- Filtersack-Entwässerungswagen zur Nachentwässerung bis zum stichfesten Filterkuchen
- Kürzere Presszyklen an bestehenden Kammerfilterpressen durch scherstabile Flockenstruktur
So läuft die Laboranalyse ab
Für Papier- und Wellpappebetriebe gibt es keine allgemeingültigen Kennzahlen, weil Rohstoffe, Sortenspektrum und Grad der Kreislaufschließung von Werk zu Werk verschieden sind. Deshalb beginnt jede Zusammenarbeit mit einer Analyse statt mit einem Versprechen.
- 1Sie stellen eine 10-Liter-Originalprobe aus dem laufenden Kreislauf bereit – nicht aus einem Puffer- oder Mischbehälter, damit die reale Matrix erhalten bleibt.
- 2Im Labor prüfen wir Flockenbildung, Absetzverhalten, Klarphase, Adsorptionswirkung auf organische Frachten und den erreichbaren pH-Bereich.
- 3Wir wählen zwischen sulfathaltiger, sulfatfreier, salzarmer und salzfreier Variante und variieren die Dosierung, bis die Ergebnisse reproduzierbar sind.
- 4Erst danach erhalten Sie eine abgestimmte Rezeptur mit Dosierempfehlung und eine nachvollziehbare Kostenbetrachtung für Ihren Betrieb.
Ohne belastbare Laborwerte nennen wir für Kreislaufwasseranlagen bewusst keine Abbau- oder Einsparwerte. Die Zahlen, die Sie von uns erhalten, stammen aus Ihrer eigenen Probe.
Häufige Fragen aus diesem Einsatzbereich
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