Galvanik-Abwasser: Schwermetalle, Cyanide und Chromate sicher binden
Galvanik-Abwasser gehört zu den anspruchsvollsten Strömen in der industriellen Abwasserbehandlung: Gelöste Schwermetalle, toxische Anionen und Komplexbildner treffen auf enge behördliche Einleitgrenzwerte und eine Badchemie, die sich mit jeder Charge verändern kann. Betroffen sind Galvanotechnik und Oberflächenbeschichtung ebenso wie Beiz-, Entfettungs-, Dekapier- und Spülbäder sowie Ätz- und Spülwässer der Leiterplattenherstellung.
EFAPUR fasst Fällung, Ladungsneutralisation, Flockung, Adsorption und pH-Korrektur in einem trockenen Reaktionspulver zusammen. Statt vier Dosierkreisen betreiben Sie eine Dosierstelle – mit einer Rezeptur, die auf Ihre Badchemie abgestimmt ist.
Das Problem in Ihrer Branche
In der Oberflächentechnik laufen mehrere Belastungsarten zusammen. Gelöste Schwermetalle wie Kupfer und Nickel liegen teils komplex gebunden vor und lassen sich mit einer einfachen Hydroxidfällung nicht sicher unterschreiten. Cyanide und Chromate erfordern eine gezielte Behandlung, und Entfettungs- sowie Beizbäder bringen schwer abbaubare organische Badinhaltsstoffe mit, die sich in AOX-, DOC- und TOC-Werten niederschlagen.
Die klassische Mehrkomponenten-Dosierung beantwortet jede dieser Belastungen mit einem eigenen Schritt: Eisen-III-Chlorid als Fällmittel, Kalkmilch zur Neutralisation, Säuren und Laugen für die pH-Fahrweise, dazu ein organisches Polymer für die Flockung. Das bedeutet mehrere Lagertanks, mehrere Dosierpumpen und eine Regelung, die auf jede Frachtänderung reagieren muss. Bleibt ein Schritt hinter dem Sollwert zurück, ist der gesamte Ablauf gefährdet – mit unmittelbarer Konsequenz für die Einleitwerte.
Hinzu kommt der organisatorische Aufwand: Gefahrstofflager für Säuren und Laugen, Unterweisungen, Verkrustungen an Rohrleitungen und Rührwerken sowie ein Schlammanfall, der durch Sicherheitszuschläge in der Dosierung zusätzlich wächst.
- Gelöste und komplex gebundene Schwermetalle (z. B. Cu, Ni)
- Toxische Anionen wie Cyanide und Chromate
- Schwer abbaubare organische Badinhaltsstoffe aus Entfettung und Beize
- Separate pH-Regelung, Fällmittel- und Polymerdosierung als Anlagenaufwand
- Gefahrstofflager und Handling für Säuren, Laugen und Kalkmilch
- Erhöhter Schlammanfall durch Sicherheitszuschläge in der Dosierung
Wie Efapur wirkt
Für Galvanikabwässer werden EFAPUR-Rezepturen mit Metallsalzen als Spalterkomponente, schwefelbasierten Schwermetallbindern und – wo organische Restfrachten relevant sind – Pulver-Aktivkohle aufgebaut. Die Schwermetallbindung erfolgt damit nicht allein über den pH-Wert, sondern über eine gezielte Bindungschemie, die auch im neutralen Bereich trägt.
Weil die pH-Korrektur im Pulver enthalten ist, arbeitet die Behandlung ohne separate Säure- und Laugendosierung. Die Flocken sind scherstabil, setzen sich sauber ab und hinterlassen eine klare Wasserphase.
- Fällung gelöster Inhaltsstoffe und Ladungsneutralisation stabiler Trübungen in einem Arbeitsgang
- Flockung zu scherstabilen, gut absetzbaren Flocken
- Adsorption organischer Restfrachten über mineralische Trägerstoffe und Pulver-Aktivkohle
- pH-Korrektur ohne separate Säure- oder Laugendosierung
- Dosierbereich 0,1–4 kg/m³, abhängig von Fracht und Abwassermatrix
- Vollständige Reaktion in der Regel in ca. 5–8 Minuten unter Rühren
- Varianten sulfathaltig, sulfatfrei, salzarm und salzfrei
Die konkrete Rezeptur wird nicht aus dem Katalog gewählt, sondern anhand einer Originalprobe aus Ihrer Produktion im Labor abgestimmt. Erst wenn die Werte reproduzierbar im geforderten Bereich liegen, geht die Rezeptur in Ihren Betrieb.
Anlagentechnik
Für die reproduzierbare Dosierung im laufenden Betrieb steht der EFA-Trockengutdosierer zur Verfügung. Er wird direkt auf dem Reaktor montiert und gibt das Pulver staubfrei und nach Bedarf ab – damit entfällt das manuelle Einwiegen und Einschütten aus Gebinden.
Die Feststoffabtrennung erfolgt je nach Betrieb über eine vorhandene Kammerfilterpresse oder über eine kompakte Bandfilteranlage.
- EFA-Trockengutdosierer: staubfreier Trichterdosierer aus PP, direkt auf dem Reaktor montiert
- Bandfilteranlage Efamat BKL: Schwerkraftfiltration über Filtervlies, kompakt und ohne Druckbeaufschlagung
- Filtersack-Entwässerungswagen zur Nachentwässerung bis zum stichfesten Filterkuchen
- Kürzere Presszyklen an bestehenden Kammerfilterpressen durch scherstabile Flockenstruktur
Case Study aus der Praxis
Ein dokumentierter Anwendungsfall aus diesem Einsatzbereich – Ausgangslage, Verfahren und gemessenes Ergebnis:
Galvanische Vorbehandlung & Entfettung
Leiterplatten & Metallveredelung
- Hohe Frachten gelöster Schwermetalle (Cu, Ni)
- Toxische Anionen (Cyanide, Chromate)
- Schwer abbaubare organische Badinhaltsstoffe
- Hoher Anlagenaufwand durch separate pH-Regelung, Fällungsmittel- und Polymer-Dosierung
- Maßgeschneiderte EFAPUR-Rezeptur mit Metallsalzen (Spalterfunktion)
- Schwefelbasierte Schwermetallbinder
- Pulver-Aktivkohle für organische Spuren
- Dosierung: 0,8 kg/m³ unter kontinuierlichem Rühren
- Vollständige Spaltung und Flockenbildung in nur 6 Minuten
- Einhaltung der behördlichen Einleitgrenzwerte im neutralen Bereich (pH 7,2–8,4)
- Über 90 % Abbau von AOX-, DOC- und TOC-Parametern
- Saubere Klarphasenbildung ohne zusätzliche Flüssigchemie
Häufige Fragen aus diesem Einsatzbereich
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