Anwendung · Lack & Farben

Lackkoagulierung: Overspray aus Spritzkabinen zuverlässig entkleben

Die Lackkoagulierung entscheidet darüber, wie stabil eine Spritzkabine über die Schicht läuft. Overspray, der nicht rechtzeitig entklebt wird, setzt sich an Wänden, Umlaufpumpen und Düsen fest, verschleppt sich in das Kreislaufwasser und führt zu Stillständen, die mit dem eigentlichen Lackierprozess nichts zu tun haben.

EFAPUR ist ein All-in-one-Reaktionspulver, das Ladungsneutralisation, Adsorption, Flockung und pH-Korrektur in einem Produkt zusammenfasst. Für Lack- und Farbenbetriebe sowie Lackierereien wird die Rezeptur auf das jeweilige Lacksystem abgestimmt – auf Basis einer Originalprobe aus Ihrem Betrieb.

Das Problem in Ihrer Branche

Lack-Overspray ist im frischen Zustand klebrig und neigt dazu, an jeder benetzten Oberfläche anzuhaften. Im Kabinenwasser kommen Pigmente, Bindemittel, Lösemittelreste und Additive zusammen – eine Matrix, die sich mit jedem Farbwechsel und jedem Lacksystem verändert. Wasserbasierte und lösemittelbasierte Systeme verhalten sich dabei grundlegend unterschiedlich.

Wird klassisch mit mehreren Komponenten gearbeitet, sind Entkleber, Fällmittel wie Eisen-III-Chlorid, Kalkmilch zur Neutralisation sowie ein organisches Polymer im Einsatz. Jede Komponente braucht Lagerplatz, eine eigene Dosierstelle und eine eigene Kontrolle. Weil sich die Fracht bei jedem Farbwechsel ändert, wird in der Praxis häufig mit Sicherheitszuschlag dosiert – mit der Folge von Überdosierung, unnötigem Schlammvolumen und schwankender Wasserqualität im Kreislauf.

Säuren und Laugen für die pH-Fahrweise bringen zusätzliche Lagerauflagen und Gefährdungen im Handling mit sich, ohne dass sie zur eigentlichen Entklebung beitragen.

  • Klebriger Overspray mit Anhaftungen an Kabinenwänden, Pumpen und Düsen
  • Wechselnde Matrix durch Farbwechsel und unterschiedliche Lacksysteme
  • Pigmente, Bindemittel und Additive als kombinierte Fracht im Kreislaufwasser
  • Mehrere Dosierstellen für Entkleber, Fällmittel, Neutralisation und Polymer
  • Überdosierung als Sicherheitspuffer und entsprechend hohes Schlammvolumen
  • Lagerauflagen und Handlingrisiken durch Säuren und Laugen

Wie Efapur wirkt

EFAPUR entklebt den Overspray über Ladungsneutralisation und bindet Bindemittel sowie Pigmente an mineralische Trägerstoffe wie Bentonit und Zeolith. Die entstehenden Flocken sind scherstabil und überstehen auch die Umwälzung im Kabinenkreislauf, ohne wieder zu zerfallen.

Da Fällung, Flockung, Adsorption und pH-Korrektur in einem Pulver vereint sind, reduziert sich die Dosierung auf eine Stelle. Das vereinfacht die Fahrweise besonders in Betrieben mit häufigen Farbwechseln.

  • Fällung gelöster Inhaltsstoffe und Ladungsneutralisation stabiler Trübungen in einem Arbeitsgang
  • Flockung zu scherstabilen, gut absetzbaren Flocken
  • Adsorption organischer Restfrachten über mineralische Trägerstoffe und Pulver-Aktivkohle
  • pH-Korrektur ohne separate Säure- oder Laugendosierung
  • Dosierbereich 0,1–4 kg/m³, abhängig von Fracht und Abwassermatrix
  • Vollständige Reaktion in der Regel in ca. 5–8 Minuten unter Rühren
  • Varianten sulfathaltig, sulfatfrei, salzarm und salzfrei

Die konkrete Rezeptur wird nicht aus dem Katalog gewählt, sondern anhand einer Originalprobe aus Ihrer Produktion im Labor abgestimmt. Erst wenn die Werte reproduzierbar im geforderten Bereich liegen, geht die Rezeptur in Ihren Betrieb.

Anlagentechnik

Für eine gleichmäßige Zugabe im laufenden Betrieb eignet sich der EFA-Trockengutdosierer, der direkt auf dem Reaktor sitzt und das Pulver staubfrei abgibt. Die abgetrennte Feststoffphase wird anschließend entwässert.

Ob Bandfilter, Filtersack-Entwässerungswagen oder eine vorhandene Kammerfilterpresse die passende Lösung ist, richtet sich nach Ihrem Schlammanfall und den vorhandenen Flächen.

  • EFA-Trockengutdosierer: staubfreier Trichterdosierer aus PP, direkt auf dem Reaktor montiert
  • Bandfilteranlage Efamat BKL: Schwerkraftfiltration über Filtervlies, kompakt und ohne Druckbeaufschlagung
  • Filtersack-Entwässerungswagen zur Nachentwässerung bis zum stichfesten Filterkuchen
  • Kürzere Presszyklen an bestehenden Kammerfilterpressen durch scherstabile Flockenstruktur

So läuft die Laboranalyse ab

Für Lack- und Oversprayabwässer gibt es keine allgemeingültigen Kennzahlen, weil Bindemittel, Pigmentanteil und Hilfsstoffe von Betrieb zu Betrieb verschieden sind. Deshalb beginnt jede Zusammenarbeit mit einer Analyse statt mit einem Versprechen.

  1. 1Sie stellen eine 10-Liter-Originalprobe aus dem laufenden Prozess bereit – nicht aus einem Puffer- oder Mischbehälter, damit die reale Matrix erhalten bleibt.
  2. 2Im Labor prüfen wir Spaltverhalten, Entklebung des Oversprays, Flockenbildung, Absetzverhalten und den erreichbaren pH-Bereich.
  3. 3Wir variieren Rezeptur und Dosierung so lange, bis die Ergebnisse reproduzierbar sind – inklusive Bewertung des anfallenden Schlammvolumens.
  4. 4Erst danach erhalten Sie eine abgestimmte Rezeptur mit Dosierempfehlung und eine nachvollziehbare Kostenbetrachtung für Ihren Betrieb.

Ohne belastbare Laborwerte nennen wir bewusst keine Einsparwerte für die Lackkoagulierung. Die Zahlen, die Sie von uns erhalten, stammen aus Ihrer eigenen Probe.

Häufige Fragen aus diesem Einsatzbereich

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Peter Klassen · Anwendungstechnik
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