Anwendung · Lebensmittelindustrie

Lebensmittelindustrie: Fette, Eiweiße und organische Frachten beherrschbar machen

Abwasser aus der Lebensmittelindustrie ist organisch geprägt: Fette, Eiweiße, Stärke und Zuckerreste gelangen über Produktions-, CIP- und Reinigungsabwässer in die Behandlung. Die Fracht schwankt mit Produktionsplan, Reinigungszyklus und Charge – und sie ist selten dort am höchsten, wo die Anlage darauf ausgelegt wurde.

EFAPUR ist ein All-in-one-Reaktionspulver, das Fällung, Flockung, Ladungsneutralisation, Adsorption und pH-Korrektur in einem Produkt zusammenfasst. Für Lebensmittelbetriebe wird die Rezeptur auf die konkrete Zusammensetzung Ihrer Abwässer abgestimmt, auf Basis einer Originalprobe aus Ihrem Betrieb.

Das Problem in Ihrer Branche

Fette liegen im Produktionsabwasser häufig emulgiert vor, weil Temperatur, mechanische Energie und Tenside aus der Reinigung sie stabil in Schwebe halten. Eine reine Abscheidung über Schwerkraft greift dann zu kurz. Eiweiße und gelöste organische Bestandteile verhalten sich noch ungünstiger: Sie bilden feindisperse Trübungen, die sich weder absetzen noch aufschwimmen.

CIP- und Reinigungsabwässer verschärfen die Situation. Sie kommen stoßweise, bringen stark wechselnde pH-Werte mit und enthalten Tenside, die zuvor gebildete Aggregate wieder stabilisieren können. In der Folge ist die Fracht über den Tag verteilt sehr ungleichmäßig.

In der klassischen Fahrweise werden dafür mehrere Komponenten benötigt: Fällmittel wie Eisen-III-Chlorid, Kalkmilch zur Neutralisation, Säuren und Laugen für die pH-Fahrweise sowie ein organisches Polymer zur Flockung. Jede Komponente braucht Lagerplatz, Dosiertechnik und Kontrolle. Bei stoßweiser Belastung müssen mehrere Dosierverhältnisse gleichzeitig nachgeführt werden, was in der Praxis zu Sicherheitszuschlägen, unnötigem Verbrauch und schwankender Ablaufqualität führt.

  • Emulgierte Fette, die sich über Schwerkraft allein nicht abtrennen lassen
  • Eiweiße und gelöste organische Bestandteile als feindisperse Trübung
  • Stoßweise CIP- und Reinigungsabwässer mit wechselndem pH-Wert
  • Tenside, die Aggregate wieder stabilisieren
  • Mehrere Dosierstellen für Fällung, Neutralisation und Polymer
  • Hoher Schlammanfall durch Dosierung mit Sicherheitszuschlag

Wie Efapur wirkt

EFAPUR destabilisiert emulgierte Fette und feindisperse Trübungen über Ladungsneutralisation und überführt organische Bestandteile in eine abtrennbare Feststoffphase. Mineralische Trägerstoffe wie Bentonit und Zeolith sowie Pulver-Aktivkohle binden organische Restfrachten adsorptiv, während Polyelektrolyte die Flocken zu einer scherstabilen Struktur verknüpfen.

Weil die pH-Korrektur Bestandteil der Rezeptur ist, entfällt die separate Dosierung von Säure und Lauge. Das ist besonders bei CIP-Stößen hilfreich, weil der pH-Wert nicht erst über eine eigene Regelstrecke eingefangen werden muss.

Die Flocken lassen sich je nach Rezeptur und Anlagenkonzept flotativ oder sedimentativ abtrennen. Entscheidend ist, dass die Struktur auch über Pumpen und Entwässerungsschritte erhalten bleibt und nicht wieder in die Flüssigphase zurückgeht.

  • Fällung gelöster Inhaltsstoffe und Ladungsneutralisation stabiler Trübungen in einem Arbeitsgang
  • Flockung zu scherstabilen, gut absetzbaren Flocken
  • Adsorption organischer Restfrachten über mineralische Trägerstoffe und Pulver-Aktivkohle
  • pH-Korrektur ohne separate Säure- oder Laugendosierung
  • Dosierbereich 0,1–4 kg/m³, abhängig von Fracht und Abwassermatrix
  • Vollständige Reaktion in der Regel in ca. 5–8 Minuten unter Rühren
  • Varianten sulfathaltig, sulfatfrei, salzarm und salzfrei

Die konkrete Rezeptur wird nicht aus dem Katalog gewählt, sondern anhand einer Originalprobe aus Ihrer Produktion im Labor abgestimmt. Erst wenn die Werte reproduzierbar im geforderten Bereich liegen, geht die Rezeptur in Ihren Betrieb.

Anlagentechnik

Für die gleichmäßige Zugabe bei stoßweiser Belastung eignet sich der EFA-Trockengutdosierer, der direkt auf dem Reaktor montiert ist und das Pulver staubfrei abgibt. Für kleinere Chargen ist die manuelle Dosierung nach Rezeptur möglich.

Die Entwässerung des anfallenden Schlamms erfolgt über die kompakte Bandfilteranlage Efamat BKL mit Schwerkraftfiltration über Filtervlies, über den Filtersack-Entwässerungswagen bis zum stichfesten Filterkuchen oder über eine vorhandene Kammerfilterpresse. Die scherstabile Flockenstruktur wirkt sich dabei günstig auf die Presszyklen aus.

  • EFA-Trockengutdosierer: staubfreier Trichterdosierer aus PP, direkt auf dem Reaktor montiert
  • Bandfilteranlage Efamat BKL: Schwerkraftfiltration über Filtervlies, kompakt und ohne Druckbeaufschlagung
  • Filtersack-Entwässerungswagen zur Nachentwässerung bis zum stichfesten Filterkuchen
  • Kürzere Presszyklen an bestehenden Kammerfilterpressen durch scherstabile Flockenstruktur

So läuft die Laboranalyse ab

Für Lebensmittelbetriebe gibt es keine allgemeingültigen Kennzahlen, weil Produktspektrum, Reinigungsregime und Fettgehalt von Betrieb zu Betrieb verschieden sind. Deshalb beginnt jede Zusammenarbeit mit einer Analyse statt mit einem Versprechen.

  1. 1Sie stellen eine 10-Liter-Originalprobe aus dem laufenden Prozess bereit – idealerweise sowohl aus dem Produktions- als auch aus dem Reinigungsabwasser.
  2. 2Im Labor prüfen wir das Verhalten der Fett- und Eiweißfracht, Flockenbildung, Absetz- beziehungsweise Flotationsverhalten und den erreichbaren pH-Bereich.
  3. 3Wir variieren Rezeptur und Dosierung so lange, bis die Ergebnisse auch bei wechselnder Fracht reproduzierbar sind – inklusive Bewertung des Schlammvolumens.
  4. 4Erst danach erhalten Sie eine abgestimmte Rezeptur mit Dosierempfehlung und eine nachvollziehbare Kostenbetrachtung für Ihren Betrieb.

Ohne belastbare Laborwerte nennen wir für Lebensmittelabwässer bewusst keine Einsparwerte. Die Zahlen, die Sie von uns erhalten, stammen aus Ihrer eigenen Probe.

Häufige Fragen aus diesem Einsatzbereich

Verwandte Anwendungen

Einsparpotenzial für Ihr Abwasser prüfen lassen

Starten Sie mit dem 60-Sekunden-Check oder sprechen Sie direkt mit unserem Anwendungstechniker. Sie erhalten eine Einschätzung zu Ihrer Ausgangslage und zum weiteren Vorgehen.

Peter Klassen · Anwendungstechnik
Erreichbar: Mo–Fr 8:00 – 16:00 Uhr